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Kommunale Ratsinformationssysteme zugänglich machen

Die Kommunikation zwischen Politik und Bürger ist nicht die beste und unsere Überlegung war, wie man mit Hilfe von Open Data die Bürgerbeteiligung verbessern könnte.

Ratsinformationssysteme der Kreise und Gemeinden enthalten eine Vielzahl von Informationen über Sitzungen, Beschlüsse und Verfahren, die viele Bürger betreffen, aber sehr schwer zu finden sind. Um sie besser zugänglich zu machen, wollen wir eine Webanwendung entwickeln, mit deren Hilfe sich interessierte Bürger per Email etwa über anstehende Termine zu bestimmten Themen informieren lassen können.

Dazu haben wir zunächst einen Datenbestand zum Testen aus dem Ratsinformationssystem der Stadt Kiel mit einem Scraper abgerufen und gespeichert. Der Scraper wurde für das RIS zweier Hersteller entwickelt und läßt sich nicht ohne weiteres auf andere System übertragen. Eine Gruppe der Open Knowledge Foundation arbeitet deshalb an der Definition einer Schnittstelle OPARL, die jetzt von den RIS-Herstellern implementiert wird. Die Stadt Kiel erwartet das Update mit OPARL im ersten Halbjahr 2017. Mit Hilfe der Schnittstelle lassen sich die Daten deutlich einfacher abrufen und bereitstellen, wir könnten uns dann auf die Weboberfläche konzentrieren. Zwei Bundesländer werden deshalb ihre Gemeinden bei der Einführung von OPARL finanziell unterstützen.

Die Open Knowledge Foundation möchte mit der Website Politik bei uns eine bundesweite Suche in den kommunalen Informationssystemem ermöglichen. Wir denken allerdings, daß Kommunalpolitk bürgernäher präsentiert werden sollte - die Verwaltungsorganisation in NRW oder Bayern unterscheidet sich doch stark von der in Schleswig-Holstein. Auch der Auswertungsansatz von Politik bei uns entspricht nicht so ganz unseren Vorstellungen, die kommunale Anwendung in München dafür umso eher.

Die Softwaremodule zur Suche und Abfrage sind unabhängig davon aber für alle Projekte verwendbar, das ist der große Vorteil von (FOSS). Ein weiterer Vorteil ist, daß wir an der Entwicklung der Weboberfläche ehrenamtlich arbeiten. Allerdings benötigt der laufende Betrieb dauerhaft einen Server, vor allem Speicherplatz, und der kann ehrenamtlich nicht bereitgestellt werden. Hier wäre das Land gefragt, die laufenden Betriebskosten durch eine Förderung zu sichern.

Ein noch ungelöstes Problem ist der Datenschutz. Die meisten RIS enthalten Namen von Personen, die im Rahmen der Bürgerbeteiligung tätig geworden sind und einer Veröffentlichung ihrer personenbezogenen Daten nicht ausdrücklich zugestimmt haben. Wie das rechtlich und politisch einzuordnen ist und welche technische Lösung es gibt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die großen Datenaggregatoren betreiben Profiling auch in Deutschland und das wollen wir nicht unterstützen. Open Data steht immer im Konfliktfeld zwischen Transparenz und Datenschutz.

kh16/projects/ris/start.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/03 09:14 von Ilu